Eine Immobilie 2026 in Deutschland zu kaufen ist ein 4- bis 8-monatiger Prozess mit 7 bis 15 Prozent Nebenkosten zusätzlich zum Kaufpreis. Grunderwerbsteuer variiert zwischen 3,5 Prozent (Bayern) und 6,5 Prozent (NRW, Brandenburg, Schleswig-Holstein). Thüringen senkte 2024 als erstes Bundesland auf 5 Prozent, Bremen erhöhte im Juli 2025 auf 5,5 Prozent. Wer die 10 Kaufschritte kennt und die Nebenkosten realistisch kalkuliert, vermeidet die häufigsten Käufer-Fehler.
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Immobilienkauf-Ratgeber: Der komplette Prozess
Der Praxis-Ratgeber für den Immobilienkauf 2026 in Deutschland — vom ersten Objektbesuch bis zur Grundbuch-Umschreibung. Mit Muster-Kaufverträgen, Verhandlungs-Strategien, Nebenkosten-Kalkulator aller 16 Bundesländer und den 20 häufigsten Käufer-Fallen.
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Immobilienkauf 2026 in Deutschland: Kaufnebenkosten 7 bis 15 Prozent des Kaufpreises (Grunderwerbsteuer 3,5–6,5 %, Notar 1,0–1,5 %, Grundbuch 0,5 %, Makler bis 3,57 % Käuferanteil). § 311b BGB macht notarielle Beurkundung Pflicht. § 656d BGB regelt seit Dezember 2020 hälftige Teilung der Maklerprovision bei Wohnimmobilien-Verkäufen an Privatpersonen. Prozessdauer: 4–8 Monate von Objektsuche bis Grundbuch-Eintragung. Wichtigste Sparposten: Inventar separat ausweisen, Kaufpreis verhandeln, zwei getrennte Verträge bei Neubau, Grundbuchbestellung im Notartermin.
Welche Nebenkosten fallen 2026 beim Immobilienkauf an?
Die Kaufnebenkosten summieren sich 2026 auf 7 bis 15 Prozent des Kaufpreises — bei einem 400.000-Euro-Kauf sind das 28.000 bis 60.000 Euro. Vier Hauptkomponenten dominieren: Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbuchkosten und optional Maklerprovision. Diese Summe muss zusätzlich zum Kaufpreis aus Eigenkapital bereitstehen — Banken finanzieren die Nebenkosten in der Regel nicht mit.
Vier Hauptkosten der Kaufnebenkosten:
1. Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %): Landessteuer, variiert je Bundesland. Bei 400.000 Euro Kaufpreis liegen die Steuer-Kosten zwischen 14.000 Euro (Bayern) und 26.000 Euro (NRW).
2. Notarkosten (1,0–1,5 %): Bundeseinheitlich nach § 34 GNotKG, Anlage 2 (Tabelle B). Nicht verhandelbar. Bei 400.000 Euro Kaufpreis etwa 4.000 bis 6.000 Euro.
3. Grundbuchkosten (ca. 0,5 %): Für Eigentumsumschreibung und Grundschuld-Eintragung. Bei 400.000 Euro etwa 2.000 Euro.
4. Maklerprovision (bis 3,57 % Käuferanteil): Seit Dezember 2020 hälftige Teilung Pflicht bei Wohnimmobilien-Verkäufen an Privatpersonen (§ 656d BGB). Übliche Gesamtprovision 7,14 Prozent (6 Prozent + 19 Prozent MwSt), Käuferanteil 3,57 Prozent. Bei 400.000 Euro etwa 14.300 Euro.
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer 2026 je Bundesland?
Die Grunderwerbsteuer variiert 2026 in Deutschland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent. Sechs Bundesländer haben die niedrigsten Sätze, drei Bundesländer die höchsten. Die Differenz kann bei größeren Kaufsummen erhebliche Beträge ausmachen — 15.000 Euro Unterschied bei 500.000 Euro Kaufpreis zwischen Bayern und NRW.
Grunderwerbsteuer 2026 nach Bundesland:
| Bundesland | Steuersatz | Bei 400.000 € Kaufpreis |
|---|---|---|
| Bayern | 3,5 % | 14.000 € |
| Sachsen | 5,5 % (seit 01.01.2023) | 22.000 € |
| Thüringen | 5,0 % (seit 01.01.2024) | 20.000 € |
| Bremen | 5,5 % (seit 01.07.2025) | 22.000 € |
| Baden-Württemberg | 5,0 % | 20.000 € |
| Hamburg | 5,5 % | 22.000 € |
| Hessen | 6,0 % | 24.000 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 6,0 % | 24.000 € |
| Niedersachsen | 5,0 % | 20.000 € |
| Rheinland-Pfalz | 5,0 % | 20.000 € |
| Saarland | 6,5 % | 26.000 € |
| Sachsen-Anhalt | 5,0 % | 20.000 € |
| Schleswig-Holstein | 6,5 % | 26.000 € |
| Berlin | 6,0 % | 24.000 € |
| Brandenburg | 6,5 % | 26.000 € |
| Nordrhein-Westfalen | 6,5 % | 26.000 € |
Thüringen war 2024 das erste Bundesland, das die Grunderwerbsteuer senkte — von 6,5 auf 5,0 Prozent. Andere Bundesländer prüfen ähnliche Schritte, um den Immobilienmarkt zu entlasten.
Wichtige Änderungen 2023–2026:
– Sachsen: Erhöhung 3,5 → 5,5 % am 01.01.2023
– Thüringen: Senkung 6,5 → 5,0 % am 01.01.2024 (erstes senkendes Bundesland)
– Bremen: Erhöhung 5,0 → 5,5 % am 01.07.2025
Rechtliche Grundlage: Die Bundesländer dürfen seit dem 01.09.2006 ihre Grunderwerbsteuer selbst festlegen (Art. 105 Abs. 2a Satz 2 GG). Rechtliche Basis für den Steuervorgang: § 13 GrEStG (Steuerschuldner), § 15 GrEStG (Fälligkeit), § 22 GrEStG (Unbedenklichkeitsbescheinigung).
Wer 2026 an einer Bundesland-Grenze wohnt und flexibel bei der Standortwahl ist, kann Zehntausende Euro sparen. Beispiel: Immobilienkauf für 500.000 Euro in Bayern (17.500 Euro Grunderwerbsteuer) versus NRW (32.500 Euro). Differenz: 15.000 Euro reine Steuerersparnis. Bei ähnlichen Bundesland-Grenzen (Hessen-Bayern, Niedersachsen-NRW, Sachsen-Thüringen) lohnt der Vergleich. Zusätzlich ist die Lebensqualität und Infrastruktur zu bewerten — aber die Grunderwerbsteuer sollte in der Standort-Entscheidung transparent kalkuliert sein.
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Welche Rolle spielt der Notar 2026?
Der Notar ist beim Immobilienkauf in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben (§ 311b BGB). Ohne notarielle Beurkundung ist der Kaufvertrag rechtlich unwirksam. Der Notar übernimmt 2026 sieben zentrale Aufgaben: Vertragsentwurf und -beurkundung, Grundbuch-Auszug einholen, Auflassungsvormerkung, Grunderwerbsteuer-Anzeige, Prüfung der Vollmachten, Grundschuldbestellung, Vollzug der Eintragungen.
Notar-Aufgaben im Detail:
- Kaufvertrag entwerfen: Der Notar erstellt den Kaufvertragsentwurf und schickt ihn mindestens 14 Tage vor Beurkundung an beide Vertragsparteien. Diese Frist ist Pflicht bei Verbraucher-Käufen.
- Kaufvertrag beurkunden: Beim Notartermin liest der Notar den Vertrag komplett vor. Beide Parteien unterschreiben. Dauer: 45–90 Minuten je nach Vertrag.
- Auflassungsvormerkung: Wird ins Grundbuch eingetragen und sichert dem Käufer die künftige Eigentumsübertragung.
- Grunderwerbsteuer-Anzeige: Der Notar meldet den Erwerb dem zuständigen Finanzamt nach § 18 GrEStG.
- Grundbuch-Prüfung: Der Notar prüft die aktuellen Grundbuch-Einträge und meldet Lasten (Grundschulden, Wegerecht, Nießbrauch).
- Grundschuldbestellung: Für die Baufinanzierung wird eine Grundschuld eingetragen. Die kann beim Notartermin oder später erfolgen.
- Vollzug der Eintragungen: Nach Kaufpreiszahlung, Unbedenklichkeitsbescheinigung und Grundbuch-Löschung alter Belastungen erfolgt die endgültige Eigentumsumschreibung.
Notar-Kosten 2026 sparen — 3 legale Tricks:
- Grundbuchbestellung im selben Beurkundungstermin: Nach KV 21100/Anmerkung 21101 im GNotKG halbiert das die Gebühr für die Grundschuld-Bestellung. Ersparnis: 300–800 Euro.
- Notaranderkonto vermeiden: Direktzahlung Käufer an Verkäufer nach Kaufpreisfälligkeit spart die Anderkonto-Gebühr (0,5 Prozent des Betrages). Bei 300.000 Euro Kaufpreis Ersparnis: 1.500 Euro.
- Inventar separat ausweisen: Bewegliches Inventar (Küche, Sauna, Markisen) im Kaufvertrag separat listen. Auf diese Posten fällt keine Grunderwerbsteuer an. Bei 15.000 Euro Inventar in Bayern: 525 Euro Steuerersparnis, in NRW: 975 Euro.
Nicht sparbare Positionen: Das Notarhonorar selbst ist nach § 125 GNotKG nicht verhandelbar. Rabatte sind gesetzlich verboten. Jeder Notar erhebt die gleichen gesetzlichen Gebühren.
Wie funktioniert der Kaufprozess 2026 in 10 Schritten?
Der Immobilien-Kaufprozess folgt 2026 einem klaren 10-Schritte-Ablauf, der typisch 4 bis 8 Monate dauert. Vier Schritte vor der Kaufentscheidung, sechs Schritte danach — jeder Schritt hat kritische Prüfpunkte, die Fehler vermeiden.
Phase 1 — Vor der Kaufentscheidung:
Schritt 1 — Budget klären: Nettoeinkommen, Monatsrate (maximal 35 Prozent), Eigenkapital-Nachweis, KfW-Förderung prüfen (siehe Baufinanzierung 2026).
Schritt 2 — Objektsuche: Immobilien-Portale (ImmoScout, Immowelt), lokale Makler, Zeitungsanzeigen, persönliches Netzwerk. Vor Besichtigung Grundbuch-Auszug anfordern (10–20 Euro) und Bebauungsplan beim Bauamt einsehen.
Schritt 3 — Besichtigung und erste Bewertung: Besichtigung mit Checkliste (Fenster, Dach, Heizung, Feuchtigkeit, Grundriss, Lage). Bei ernsthaftem Kaufinteresse Baugutachter beauftragen (500–2.000 Euro).
Schritt 4 — Finanzierungszusage einholen: Vor Kaufverhandlung mit der Bank eine Finanzierungszusage einholen. Zeigt dem Verkäufer Verhandlungsfähigkeit und beschleunigt den Prozess.
Phase 2 — Nach der Kaufentscheidung:
Schritt 5 — Kaufverhandlung: Preis, Übergabetermin, Inventar, Renovierungs-Zustand. Der Verhandlungsspielraum liegt 2026 bei 3–10 Prozent des Angebotspreises, je nach Marktsituation.
Schritt 6 — Notarauswahl und Vertragsentwurf: Notar auswählen (in der Regel wählt der Käufer), Vertragsentwurf an beide Parteien 14 Tage vor Beurkundung. Vertrag genau prüfen — bei Unsicherheiten Rechtsanwalt hinzuziehen.
Schritt 7 — Notarielle Beurkundung: Kaufvertrag wird komplett vorgelesen und unterschrieben. Dauer: 45–90 Minuten. Nach Beurkundung folgt: Grunderwerbsteuer-Anzeige, Auflassungsvormerkung, Fälligkeitsmeldung.
Schritt 8 — Kaufpreiszahlung: Nach Kaufpreisfälligkeit (üblich 4–8 Wochen nach Beurkundung) überweist der Käufer den Kaufpreis. Bei Neubau in Bauabschnitten (Auszahlungsplan). Notaranderkonto oder Direktüberweisung.
Schritt 9 — Übergabe der Immobilie: Am vereinbarten Termin erfolgt die Übergabe. Übergabeprotokoll erstellen: Zählerstände (Strom, Wasser, Gas), Schlüsselübergabe, offene Mängel, Zustand der Immobilie. Wichtig: Fotos anfertigen.
Schritt 10 — Grundbuch-Umschreibung: Nach Zahlung der Grunderwerbsteuer und Erhalt der Unbedenklichkeitsbescheinigung wird der Käufer als Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Dauer: 2–4 Monate nach Beurkundung.
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Welche 5 Fallen verstecken sich beim Immobilienkauf 2026?
Fünf Fallen treten 2026 beim Immobilienkauf besonders häufig auf: versteckte Baumängel, unklare Lasten im Grundbuch, überteuerte Kaufpreise, mangelhafte Verträge und unrealistische Kaufnebenkosten-Kalkulation. Alle fünf sind mit systematischer Prüfung vermeidbar.
Falle 1 — Versteckte Baumängel: Feuchtigkeit im Keller, Schimmel hinter Wandvertäfelung, marode Elektrik, Asbest-belastete Materialien. Der Verkäufer ist nach § 434 BGB zur Aufklärung verpflichtet — nur bei arglistig verschwiegenen Mängeln. Baugutachter (500–2.000 Euro) findet meist Mängel im Wert des 5- bis 20-fachen der Kosten.
Falle 2 — Unklare Grundbuch-Lasten: Alte Grundschulden, Wegerecht (siehe Wegerecht auch für Besucher?), Nießbrauch, Vermächtnisse. Vor Kaufentscheidung Grundbuch-Vollauszug prüfen (nicht nur Kurzform). Bei unklaren Rechten Anwalt hinzuziehen.
Falle 3 — Überteuerte Kaufpreise: Emotionale Käufe, Bieter-Konkurrenz, überhöhte Verkäufer-Erwartungen. Vergleichspreise aus Portalen, Immobilien-Marktberichten und lokalen Maklern einholen. Bei Zweifeln: Wertgutachter beauftragen (300–1.500 Euro).
Falle 4 — Mangelhafte Kaufverträge: Fehlender Übergabe-Zeitpunkt, unklare Fälligkeit, keine Regelung zu Baumängeln, Vermietung nicht erwähnt. Den Vertragsentwurf 14 Tage vor Beurkundung genau prüfen*. Bei Zweifeln Rechtsanwalt beauftragen (Kosten 500–1.500 Euro, meist gut investiert).
Falle 5 — Unrealistische Nebenkosten-Kalkulation: Wer nur 5–8 Prozent Nebenkosten einplant, gerät bei 12–15 Prozent Realität in Liquiditäts-Not. Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler UND Finanzierungsnebenkosten (Wertgutachten, Bereitstellungszinsen, ggf. Vermittlungsprovision) systematisch kalkulieren.
Der „gekauft wie besichtigt“-Ausschluss in Kaufverträgen schließt die Gewährleistung des Verkäufers weitgehend aus — außer bei arglistig verschwiegenen Mängeln. Wenn ihr nach Einzug Schäden entdeckt, die der Verkäufer verschwiegen hat, ist der Beweis dieser Arglist die Herausforderung. Deswegen: vor Beurkundung Baugutachter beauftragen. Wer Mängel dokumentiert und im Kaufvertrag Preisminderung oder Nachbesserung fordert, verhandelt aus starker Position.
Welche Verhandlungs-Strategien funktionieren 2026?
Der Verhandlungsspielraum beim Immobilienkauf 2026 liegt zwischen 3 und 10 Prozent des Angebotspreises — abhängig von Angebotslage, Zeitdruck des Verkäufers, Zustand der Immobilie und eurer Verhandlungsposition. Fünf Strategien funktionieren empirisch am besten.
1. Marktvergleich als Basis: Zeigt dem Verkäufer 3–5 vergleichbare Immobilien in der Region mit niedrigeren Preisen. Objektive Marktdaten schaffen Verhandlungs-Legitimität.
2. Baumängel als Preishebel: Vom Baugutachter dokumentierte Sanierungskosten (Dach, Heizung, Fenster, Elektrik) als konkrete Abzüge geltend machen. Bei 30.000 Euro Sanierungsbedarf sind 20.000 Euro Preisminderung realistisch.
3. Schnelle Zahlung als Vorteil: Wenn ihr sofort finanziert (Finanzierungszusage vorhanden) und schnell zahlen könnt, ist das ein Verkäufer-Vorteil. 2–5 Prozent Preisminderung im Austausch gegen 4-Wochen-Kaufpreisfälligkeit möglich.
4. Kaufkraft demonstrieren: Finanzierungsnachweis und Eigenkapital-Verifikation zeigen Kreditwürdigkeit. Verkäufer bevorzugen sichere Käufer über Höchstbieter mit Unsicherheiten.
5. Zeitpunkt der Verhandlung: Am Anfang der Immobilien-Anbot-Phase ist der Verhandlungsspielraum geringer. Wenn die Immobilie schon 60+ Tage im Markt ist, steigt die Verhandlungsbereitschaft des Verkäufers deutlich.
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Wie kombiniert ihr Immobilienkauf und Finanzierung 2026 optimal?
Der Kauf einer Immobilie und die Baufinanzierung sind zeitlich eng verzahnt. Wer beide Prozesse geschickt kombiniert, spart Zeit und Geld. Der Schlüssel: Finanzierungszusage vor Kaufentscheidung, KfW-Programme rechtzeitig anmelden, Kaufvertrag und Grundschuldbestellung im selben Notartermin bündeln.
Optimaler Zeitplan Kaufprozess + Finanzierung 2026:
| Monat | Kauf-Schritt | Finanzierung-Schritt |
|---|---|---|
| Monat 1 | Objektsuche | Budget klären, Bank-Vergleich starten |
| Monat 2 | Besichtigungen | 3 Bank-Angebote einholen |
| Monat 3 | Baugutachten, Kaufverhandlung | Finanzierungszusage einholen |
| Monat 4 | Kaufvertragsentwurf | KfW 261/458/308 beantragen |
| Monat 5 | Notarielle Beurkundung | Darlehensvertrag unterzeichnen |
| Monat 6 | Kaufpreiszahlung, Übergabe | Darlehen wird ausgezahlt |
| Monat 7–8 | Grundbuch-Umschreibung | Erste Ratenzahlung |
Kombinierte Kaufvertrag-Beurkundung mit Grundschuldbestellung: Der Notar beurkundet Kaufvertrag und Grundschuldbestellung im selben Termin. Ersparnis: 50 Prozent der Grundschuld-Beurkundungsgebühr. Bei 300.000 Euro Grundschuld: 600–800 Euro Ersparnis.
KfW-Programme rechtzeitig beantragen: KfW-Anträge dauern 4–10 Wochen. Wenn ihr in Monat 4 den Kaufvertrag beurkundet, muss der KfW-Antrag in Monat 2/3 laufen. Der Antrag geht immer über die Hausbank.
- Kaufnebenkosten 7–15 % zusätzlich zum Kaufpreis — aus Eigenkapital finanzieren
- Grunderwerbsteuer 3,5–6,5 % je Bundesland (Bayern günstig, NRW/Brandenburg teuer)
- Notar und Grundbuch bundeseinheitlich nach GNotKG — nicht verhandelbar
- Maklerprovision seit 2020 hälftig geteilt (§ 656d BGB)
- Baugutachter (500–2.000 €) vor Kaufentscheidung — findet Mängel im 5- bis 20-fachen Wert
- 10-Schritte-Prozess dauert 4–8 Monate von Objektsuche bis Grundbuch-Eintragung
💬 Meine Einschätzung
Die häufigste Käufer-Falle 2026 ist nicht der überteuerte Kaufpreis, sondern das unterschätzte Nebenkosten-Loch. Wer bei 400.000 Euro Kaufpreis nur 20.000 Euro Nebenkosten einplant (5 Prozent), liegt bei realistischen 40.000–50.000 Euro deutlich daneben. Die Konsequenz: entweder Aufnahme eines teureren Zusatzkredits (110-Prozent-Finanzierung mit 0,5–1,0 Prozent Zinsaufschlag) oder Absage kurz vor Beurkundung. Beides ist vermeidbar mit systematischer Kalkulation von Anfang an. Faustregel für 2026: Wer 400.000 Euro Immobilie will, plant 460.000 Euro Gesamtkapitalbedarf inklusive Nebenkosten. Wer die Rechnung ehrlich macht, kauft nicht über den Verhältnissen und schläft ruhiger.
Häufige Fragen zum Immobilienkauf 2026
Wann muss ich die Grunderwerbsteuer bezahlen?
Einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids (§ 15 GrEStG). Der Bescheid trifft typisch 4–8 Wochen nach notarieller Beurkundung ein. Ohne Zahlung keine Unbedenklichkeitsbescheinigung und keine Grundbuch-Eintragung.
Kann ich die Notarkosten sparen?
Nicht das Notarhonorar selbst (§ 125 GNotKG). Aber die Grundschuldbestellung im selben Beurkundungstermin halbiert die Grundschuld-Gebühr. Notaranderkonto vermeiden spart die Anderkonto-Gebühr (0,5 Prozent des Betrages).
Wer wählt den Notar aus?
In Deutschland üblich: der Käufer. Der Notar ist zwar neutrale Instanz, aber der Käufer trägt die Notarkosten und wählt daher. Vor Beauftragung Kostenvoranschlag anfordern.
Was gehört ins Inventar-Verzeichnis?
Alle beweglichen Sachen, die nicht fest mit dem Gebäude verbunden sind: Einbauküche mit demontierbaren Geräten, Sauna, Whirlpool, Markisen, Kaminofen. Wichtig: Realistischer Wert der Sachen, sonst kann das Finanzamt einen Nachschlag erheben.
Was ist die Auflassungsvormerkung?
Eintrag ins Grundbuch, der dem Käufer die künftige Eigentumsübertragung sichert. Verhindert, dass der Verkäufer die Immobilie zwischenzeitlich noch einmal verkauft oder belastet. Standard-Bestandteil jedes Kaufvertrags.
Was ist die Muskelhypothek beim Neubau?
Eigenleistung durch handwerkliche Arbeiten am Neubau. Wird von Banken bis 15 Prozent der Bausumme als Eigenkapital anerkannt. Voraussetzung: realistische Zeitplanung, Nachweis der Fähigkeiten (bei größeren Arbeiten).
Muss ich den Kaufpreis notariell hinterlegen?
Nur bei Notaranderkonto — aber vermeidbar durch Direktzahlung an den Verkäufer nach Kaufpreisfälligkeit. Direktzahlung spart 0,5 Prozent Notarkosten und ist der Standardweg 2026 in Deutschland.
Quellen
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 311b, § 656d, § 434, Stand 2026
- Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) § 13, § 15, § 18, § 22, Stand 2026
- Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) § 34, § 125, Anlage 2 (Tabelle B), Stand 2026
- Baufivergleich.de, Kaufnebenkostenrechner 2026, Stand Mai 2026
- Immobilienbaur.de, Kaufnebenkosten 2026 alle Bundesländer, Stand 2026
- Immoverkauf24, Grunderwerbsteuer 2026 Übersicht, Januar 2026
- FragFina, Kaufnebenkostenrechner 2026, Stand 2026
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