Dachrinne am Gewächshaus selber bauen

Ein Gewächshaus ohne Dachrinne verschwendet Regenwasser, das direkt im Beet landen oder das Fundament unterspülen könnte. Mit einer selbst montierten Regenrinne lässt sich beides vermeiden. Der Aufwand ist überschaubar, die Kosten liegen bei einem einfachen Aufbau zwischen 30 und 80 Euro, und das Ergebnis arbeitet jahrelang zuverlässig. Wer einmal verstanden hat, worauf es bei Gefälle, Materialwahl und Befestigung ankommt, ist in zwei bis drei Stunden fertig.

Welches Material passt zu welchem Gewächshaus?

Die Entscheidung zwischen Kunststoff und Aluminium trifft man am besten anhand der Dachlänge und des Rahmenmaterials. Kunststoffrohre aus PVC sind günstig, leicht zu sägen und an Holzkonstruktionen problemlos zu schrauben. Bei Aluminium-Gewächshäusern empfiehlt sich dagegen eine Aluminiumrinne, weil Kunststoff an Metall auf Dauer scheuert und im Winter bei Kälte spröde werden kann.

Für ein Standardgewächshaus mit vier bis sechs Metern Länge reicht eine Rinne in der Nennweite 70 oder 75 Millimeter völlig aus. Das Fassungsvermögen bei Starkregen ist damit ausreichend, solange das Fallrohr einen Durchmesser von mindestens 50 Millimetern hat. Bei Längen über acht Meter sollte man entweder zwei Abläufe einplanen oder auf Nennweite 100 wechseln.

Werkzeug und Zubehör vorbereiten

Wer das Material vollständig vor Ort hat, spart sich unnötige Wege. Für eine typische Montage braucht man:

  • Regenrinne in der passenden Länge plus zehn Prozent Puffer
  • Rinnenhaken oder Rinnenbügel im Abstand von maximal 70 Zentimetern
  • Endstücke (links und rechts), ein Ablaufstutzen und ein Fallrohr mit Bogen
  • Dichtmasse oder werkseitige Dichtlippen
  • Wasserwaage, Richtschnur, Bleistift, Bohrmaschine, Säge
  • Edelstahlschrauben, wenn das Gewächshaus aus verzinktem Stahl besteht

Billige Rinnenhaken aus einfachem Stahl rosten an verzinkten Profilen innerhalb einer Saison durch. Edelstahl oder verzinkte Haken halten dagegen ohne Wartung deutlich länger.

Gefälle berechnen und Haken setzen

Das Gefälle ist die häufigste Fehlerquelle bei der Eigenmontage. Zu wenig Gefälle führt dazu, dass Wasser stehen bleibt und im Winter gefriert. Zu viel Gefälle sieht unschön aus und kann dazu führen, dass die Rinne bei Starkregen überläuft, bevor das Wasser den Ablauf erreicht. Als Faustregel gilt: drei bis fünf Millimeter Gefälle pro laufendem Meter in Richtung Ablauf.

Praktisch bedeutet das: Bei einem Gewächshaus mit fünf Metern Länge liegt der höchste Punkt der Rinne etwa 15 bis 25 Millimeter höher als der Ablaufpunkt. Man markiert zunächst den höchsten und den tiefsten Punkt mit einem Bleistift an der Dachkante, spannt dann eine Richtschnur zwischen beiden Punkten und schraubt die Rinnenhaken entlang dieser Linie. Der erste und letzte Haken sitzen je 10 Zentimeter vom Rand entfernt, alle weiteren im gleichmäßigen Abstand dazwischen.

Montage der Rinne Schritt für Schritt

Sobald alle Haken sitzen, lässt sich die Rinne einhängen. Bei PVC-Systemen klipst man die Rinne einfach ein, bei Aluminium schraubt man sie meist an. Beide Varianten erlauben eine spätere Längenkorrektur, solange man die Endstücke noch nicht verklebt oder vergossen hat.

Wer sich vorher gründlich über die verschiedenen Systeme informiert, kann später teure Fehler vermeiden. Eine ausführliche Anleitung speziell für Gewächshäuser, die auch auf ungewöhnliche Dachgeometrien eingeht, findet sich beispielsweise beim Ratgeber zur Dachrinne für Gewächshaus, der Materialvergleiche und konkrete Montageschritte für verschiedene Bautypen zusammenfasst.

Das Fallrohr verbindet den Ablaufstutzen mit dem Regenwassertank oder dem Kanalablauf. Wichtig ist der Winkel: Ein Bogen von 67 Grad an der Oberkante verhindert, dass Wasser bei starkem Regen aus dem Rohransatz herausspritz. Das Fallrohr sollte mit zwei Rohrschellen gesichert sein, damit es bei Wind nicht schlägt.

Regenwasser sinnvoll nutzen

Ein 300-Liter-Tank amortisiert sich bei durchschnittlichem Sommerregen innerhalb weniger Wochen. Wer das Fassungsvermögen berechnen möchte: Ein Quadratmeter Dachfläche liefert bei zehn Millimetern Niederschlag ungefähr neun Liter Wasser. Ein Gewächshaus mit sechs Metern Länge und zwei Metern Breite hat also zwölf Quadratmeter Dachfläche und bringt bei einem typischen Landregen von 15 Millimetern gut 160 Liter.

Zwischen Fallrohr und Tank lohnt sich ein einfacher Laubfangkorb aus dem Baumarkt. Er kostet unter fünf Euro und verhindert, dass Laub, Moos und Insekten den Tank verschmutzen. Bei einem dichten Stangengewächshaus aus Polycarbonat fällt weniger organisches Material an als bei einem offenen Folientunnel, aber komplett sauber bleibt das Wasser in keinem Fall ohne Vorfilter.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Der klassische Anfängerfehler ist das fehlende oder falsch angesetzte Gefälle. Zweithäufigster Fehler: Die Rinne ragt zu weit unter die Dachkante, sodass bei Starkregen Wasser am Rinnenhinterrand vorbeiläuft. Die Rinne sollte so positioniert sein, dass die Dachkante oder das unterste Profil maximal zwei Zentimeter über die Rinnenmitte hinausragt.

Wer Verbindungsstücke verwendet, weil die Rinne kürzer als das Dach ist, muss die Naht unbedingt abdichten. Selbst werkseitig gedichtete Verbinder können nach einem Winter mit Frost und Tauwechseln undicht werden. Einmal im Frühjahr die Nähte mit Silikon nachziehen kostet zehn Minuten und verhindert tropfende Verbindungen den ganzen Sommer über.

Schließlich: die Endkappen. Sie werden bei vielen Heimwerkerprojekten nachträglich aufgesetzt, ohne zu kleben. Das hält kurzfristig durch Reibung, verliert bei einem heftigen Regenschauer aber gerne seinen Halt. Endkappen immer mit dem herstellerseitigen Kleber oder einem witterungsbeständigen PVC-Kleber fixieren.

Fazit

Eine selbst gebaute Dachrinne am Gewächshaus ist kein Hexenwerk, setzt aber voraus, dass man Gefälle, Materialkombinationen und Befestigung von Anfang an richtig angeht. Wer sich zwei Stunden Zeit nimmt, das Gefälle sorgfältig anzeichnet und ausschließlich witterungsbeständige Verbindungsmittel verwendet, bekommt eine Konstruktion, die problemlos zehn Jahre und länger hält. Der gesammelte Regen macht die Investition schnell wieder wett und reduziert gleichzeitig den Wasserverbrauch im Garten spürbar.